
Reisereportage Vietnam: Von Ho Chi Minh bis in den Norden
Kein Plan. Viel erlebt. Reisereportage Vietnam Von Ho Chi Minh bis in den Norden Von Ho Chi Minh bis Hanoi: Meine Reisereportage zeigt echtes Leben,
Von Ho Chi Minh bis Hanoi: Meine Reisereportage zeigt echtes Leben, Handwerk und besondere Begegnungen in Vietnam.
Kaum aus dem Flieger gestiegen, ist es wieder da: Dieses besondere Gefühl, das ich nur in Südostasien habe. Der warme, feuchte Wind, der Geruch von Garküchen, Motorengeräusche und Gehupe (VIEL Gehupe!), das für mich nach „Willkommen zu Hause“ klingt. Ho Chi Minh City packt mich sofort: die vollen Straßen, die es todesmutig zu überqueren gilt, Streetfood-Stände an jeder Ecke, Menschen, die mitten auf der Straße ihre Waren sortieren. Für mich und meine Kamera bedeutet das: viiiiele Geschichten.
Über HCM sagt man das, was ich schon von Bagkok kenne: Du liebst es oder du hasst es. Ich kann nur empfehlen, lass‘ dich treiben! Komm‘ erstmal an und nimm‘ die Eindrücke einfach auf. Ohne einem straffen Zeitplan hinterher zu hetzen.
Von hier aus geht es weiter zum Mekong Delta im Süden des Landes. Wenn man eine authentische Vietnam-Reisereportage fotografieren möchte, ist das Leben und Arbeiten am Fluss wohl auf jeden Fall ein Muss.
Über meine Unterkunft organisiere ich mir eine kleine Bootstour. Wir starten früh morgens und wer mich kennt, weiß, dass ich aaaaabsolut keine Frühaufsteherin bin. Es ist sogar noch dunkel, als ich das kleine, wackelige Holzboot betrete und mich auf ein einfaches Holzbrett ganz vorne setze. Ich hole direkt meine Kamera raus und lege sie mir in den Schoß, um sie jederzeit griffbereit zu haben.
Wir schippern erstmal eine Weile über den Fluss. Dabei wird es langsam hell und das goldene Morgenlicht glitzert auf dem Wasser. Ich liebs! Ich schnappe mir meine Kamera und fange diesen besonderen Moment ein.
Vorbei geht’s an dicht mit Mangroven bewachsenen Ufern. Zwischendurch tauchen aus dem Nebel Holzhäuser auf, die auf dicken Stämmen direkt im Flussbett stehen. Immer wieder begegnen uns Boote, voll beladen mit Säcken und Körben, die wohl das gleiche Ziel haben wie wir.
Auf dem Markt herrscht schon Hochbetrieb und wir schlängeln uns mit unserem kleinen Boot durch das Gewusel auf dem Wasser. Wir sehen, wie Ananas direkt an Bord geschält werden, Orangen zu Saft gepresst werden, Händler:innen ihre Boote bis unters Dach mit frischen Früchten und Gemüse beladen und Waren von Boot zu Boot werfen. Der Duft von reifen Mangos liegt in der Luft, ein Motor brummt, irgendwo ruft jemand einen Preis über das Wasser. So viele kleine Momente, die ich am liebsten alle gleichzeitig festhalten würde!
Ein paar Tage später stehe ich mitten auf einer Kakaoplantage. Zwischen sattgrünen Blättern leuchten gelbe und rote Schoten, als hätte jemand Farbkleckse in die Landschaft getupft. In der Luft liegt ein süß-säuerlicher Geruch, der von den fermentierenden Bohnen kommt.
Ich darf den ganzen Prozess mit der Kamera begleiten: vom Pflücken über das Aufbrechen der Schoten bis zum fertigen Trink-Kakao. Dabei wird mir klar, wie viel Arbeit in einem Stück Schokolade steckt. Für mich sind das perfekte Motive: ehrlich, nah, und ohne jeden Schnickschnack. Und dabei darf ich noch etwas Neues lernen.
Die Bilder und weitere Infos dazu findest du in meinem Portfolio.
Zentralvietnam erkunde ich auf eine Weise, die sofort alles intensiver macht: hinten auf dem Motorrad eines Local Guides. Der Fahrtwind weht mir ins Gesicht und immer wieder wechselt das Panorama zwischen Bergen, Reisfeldern und kleinen Dörfern.
Hier besuche ich eine kleine Pilzfarm, wo Austernseitlinge aufgestapelt wie kleine Fächer wachsen, und eine Seidenproduktion, in der feine Fäden von Hand gesponnen werden. Ich sehe, wie Körbe aus Bambus gefertigt werden und in einem Hinterhof treffe ich eine Familie, die – kein Scherz – ein Krokodil im Garten hält. Es liegt träge im Schatten, während wir selbstgebrannten Schnaps angeboten kriegen. Diese Tour hat auf jeden Fall einen eigenen Artikel verdient, denn auch Da Lat hat mein Herz mehr erobert, als ich es für möglich gehalten habe.
Der Phong Nha Nationalpark ist einer dieser Orte, die dich sprachlos machen. Hohe Karstberge, sattgrüner Dschungel, Kalksteinfelsen, tiefe Höhlen. Aber um das alles zu sehen, muss ich wieder Roller fahren – etwas, das ich mir nach einem Unfall vor einigen Jahren eigentlich abgeschworen hatte und allein den Gedanken daran quittiert mein Körper jedes Mal mit einer kleinen Panik-Reaktion.
Ich ringe mit mir, überlege hin und her… Aber ohne verpasse ich alles, das ist also keine Option. Also Helm auf, tief durchatmen, losfahren. Laaaaangam. Und ein nahes Ziel suchen – Ich habe ein Restaurant gewählt, Essen ist eine große Motivation. Schon nach ein paar Minuten merke ich: Es ist genau die richtige Entscheidung. Der Wind, die Landschaft, das Gefühl von Freiheit – einer dieser Momente, die man für immer abspeichert.
Auf dem Weg nach Hanoi erwischt es mich dann: Lebensmittelvergiftung. Vermutlich vom veganen Sushi, das ich bis heute nicht mehr essen kann. Statt die Stadt zu erkunden, verbringe ich die Tage im Bett und auf dem Hostel-Klo (auch anders schön) und sehe den Norden Vietnams nur aus dem kleinen Fenster. Jedes Mal, wenn ich die Straße betrete, wird mir wieder schlecht. Diesmal ist das Hupen, die Abgase, die Lautstärke einfach zu viel für mich. Aber vielleicht ist das einfach Vietnams unterschwellige Art zu sagen: „Du musst wiederkommen.“
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